Öko und Fair

Don’t panic – it’s organic!

Als wir, Mike Lanner und Moriz Piffl, 2010 ahnungslos aber vollgas motiviert unseren Jeanstrip auf der Suche nach Produzenten starten, lernen wir von Textilexperten wie die Branche funktioniert: Der Wettbewerbsdruck ist enorm, Maßkonfektion ist zu teuer, “Bio” angeblich nur eine Modeerscheinung – und überhaupt wollen Kunden mehr billige Stangenware aus Banglafesch und Purchina Faser.

Das Biohosen-Horoskop sagt: JUST DO IT! Oder: Wieso wir tun, was wir tun.
Immer wieder dieselbe Leier, die wir nicht hören wollen. Kann ja sein, dass es da draußen Leute gibt, denen Bio-Jeans nicht wichtig sind. Aber uns sind sie wichtig! Wir haben einfach Bock drauf, Jeans geil u n d mit gutem Karma zu produzieren. Einfach beides. Und wenn’s uns keiner schneidern will da draußen, dann machen wir’s halt selbst! Kann ja ned so schwer sein (d e n k e n wir) …

Von Anfang an ist das unser Antrieb. Darauf haben wir Bock: “Gebrüder Stitch is to be the best, most (profit and socially) sustainable and exciting jeans company on the planet. One that fundamentally changes the way the jeans business is done. So let´s do it.” Und aus.

Nachhaltigkeit und Umwelt. Oder: DIE STANGEN-BÜCHSE DER “PANT”ORA.

Gerade weil wir noch selber Hausaufgaben machen müssen und Nachhaltigkeit als ständigen Verbesserungsprozess sehen, kehren wir lieber vor der eigenen Haustür, anstatt zu den Nachbarn rüber zu schielen. Wir glauben an das Gute, auch bei internationalen Multis. Es ist sicher nicht alles schlecht hinter den Konzern-Türen, insgesamt jedenfalls noch viel Luft nach oben. Das sind die nackten Zahlen bei einem jährlichen Marktvolumen von 1,8 Mrd. Jeans (Überschlagsrechnung Gebrüder Stitch Nachhaltigkeitsabteilung):

  • Über 10 Mrd. Liter Frischwasserverbrauch für Baumwollanbau, Färben und Waschungen (über 90 % künstliche Bewässerung der Felder). Das führt zum Aufbrauchen von Wasserreserven, Versalzung und Erosion.
  • 360 Mio Liter toxische Substanzen zum Bleichen im Waschprozess: Oxidationsmittel sind für Arbeiterinnen gesundheitsschädlich und gelangen trotz Kläranlage in die Umwelt.
  • 600 Tonnen künstliche Pestizide beim Baumwollanbau vergiften Arbeiter, Bevölkerung sowie Gewässer und können sogar in Nahrungs- und Futtermitteln nachgewiesen werden.
  • Wegwerfkultur und fehlende Re-use/Recyclingprozesse: Markenkonzerne bringen 2 bis 8 mal jährlich neue Kollektionen auf den Markt. Nur 6,8 % der Konsumenten sagen, dass sie ihre Kleidung “so lange wie möglich tragen“. Weniger als 15 % der Altkleidung landet auf dem 2nd Hand-Markt und 13 % der Altkleider werden stofflich recycelt (Beispiel Deutschland).
  • Fehlende Arbeitsnormen, strukturelle Arbeitslosigkeit für Textilarbeiterinnen in Europa und Löhne unterhalb des Existenzminimums. Allein in Bangladesch arbeiten 3,5 Mio. Menschen in der Textilindustrie und verdienen im Schnitt um 84 % weniger als das Existenzminimum. In Europa erleben wir steigendes Prekariat der Arbeit, insbesondere auch in der Modewelt.

Unser Credo in Bilder gegossen:

Oeko und Fair Grafik