Das 1 x 1 der Unterbodenpflege – Vom Eisbär-Wash bis zur Rasputin-Methode

Was sich liebt, das pflegt sich! Du hast endlich die perfekte Jeans für deinen Allerwertesten gefunden und willst lange in ihr glänzen? Du bist Denim-Aficionado und weißt, dass eine Hose immer lässiger wird, je länger du sie nicht wäschst. Als Saubartl willst du aber nonaned auch nicht daherkommen …?

Leider entstehen Abnutzungs-Erscheinungen an deiner Jeans nicht nur beim Tragen, sondern auch durch die Reinigung und sonstige ‘Pflegemaßnahmen’. Die beim Tragen beanspruchten Stellen gehen durch’s Waschen häufig erst auf. Waschen, Schleudern, Trocknen und Bügeln beanspruchen die Textilfasern und lassen sie brüchig werden. Jeans färben mit jedem Waschgang ein Stück mehr aus oder nehmen die Farbe anderer Kleidungsstücke an. Irgendwann erkennst du deine Hose nicht wieder.

Aus unserer Hosenvolksbefragung von November 2015 wissen wir, dass rund ein Drittel der Befragten Hosenträger ihre Jeans nach vier- bis fünfmal tragen in die Waschmaschine geben. 23 % der befragten Männer und 17 % der Frauen gaben an, die Hose nach sechs- bis zehnmal Anziehen zum Waschen zu geben. Bei manchen dauert es noch länger, bis der Jeansstoff mit dem reinigenden Naß in Berührung kommt. Zu selten für dich? Zu oft?

Wenn es nach Werner Mitteregger geht, Geschäftsführer bei Gebrüder Stitch, ist das okay: Er rät, gute Jeans so selten wie möglich zu waschen. Durch Waschen würden Farbe und Material leiden und Hosen so zu früh das Zeitliche segnen. Daher: Respect your ass & how to treat your butts best buddy!

Forever Young in Bluejeans – Mit dieser Pflege lebt dein Hoserl länger:

Eisbären-Wash

Auch Alaska-Twist oder Ice, Ice Hosen-Baby genannt ist diese Methode gut bei unangenehmem Geruch. Die Devise heißt: Ab ins Kühlfach! Richtig gelesen. Kälte neutralisiert Geruchsmoleküle. Sie tötet Bakterien, Viren und andere unerwünschte Gäste verlässlich ab, so dass auch ein eventuell grauslicher Geruch verschwindet. Daher, falls du keinen Balkon hast und nicht gerade Winter mit eisigen Temperaturen ist: ab ins Eisfach mit dem guten Teil!

Rasputin-Methode

Auch Moskau-Methode, Stalin-Wash oder Putin Detox genannt. Für das eigene Odeur eher nicht zuträglich, fürs Hoserl bestens geeignet: das russische Weihwasser Wodka ist auch gut gegen Geruch: Die Methode ist Ideal, falls du nicht so draufstehst, in kalte Hosenbeine zu schlüpfen. Du füllst Wodka in eine Flasche mit Sprühaufsatz und besprühst damit das gute Denim-Stück. Vermutlich funktioniert hier Alkohol – wohlgemerkt klarer Alkohol – generell (also kein Eierlikör). Alkohol wirkt geruchsneutralisierend und desinfizierend. Wodka soll besonders praktikabel sein, weil er im Gegensatz zu anderen Klaren weniger Eigengeruch hat.

Rapunzel

Kleinere Verunreinigungen lassen sich mit einer weichen Bürste, einem Schwamm oder Zahnbürste entfernen, umfassendes Waschen ist nicht notwendig.

Mamas Favorite

Reinigung in der Waschmaschine: Wasche deine Jeans so selten wie möglich. Wenn es sein muß, bitte auf der linken Seite – also das Innere nach außen gekehrt – und lieber mit 30 Grad statt mit 40. Allein von diesem Unterschied profitiert das textile Material enorm und die Lebenszeit erhöht sich. Verwende dabei so wenig Waschmittel wie möglich und Weichspüler ist sowieso verboten.

Bettelstudent

Das Waschen ohne Waschmaschine funktioniert für manche wunderbar: Jeans einfach in die mit kaltem Wasser gefüllte Badewanne legen und dort zehn Minuten ohne Waschmittel einweichen. Oder, wenn sie stärker verunreinigt ist, weichst du sie mit ein wenig Waschmittel und für 30 Minuten in der Wanne ein. Danach spülen und zum Trocknen flach auf ein saugfähiges Handtuch auflegen. Je weniger Waschbewegung und Schleudern auf die Hose einwirken umso besser. In diesem Fall passiert nichts von dem und du belastest den Stoff überhaupt nicht.

Don’ts:

Bügeln

Ist auch gar nicht notwendig. Streiche die Jeans einfach glatt und lass sie gut aufgehängt an der Luft trocken. Wenn’s doch sein muß, gilt auch hier– richtig – möglichst wenig Hitze und möglichst schonend (kein Dampf oder Dampfstoß)!

Trocknen

Gib deine Hose nie, wirklich nie, in den Trockner. Denn die Trockenmaschine setzt dem Material schwer zu. Und seien wir doch ehrlich: Wir leben nicht in den Tropen. Bei uns trocknet Wäsche sowieso im Handumdrehen. Einfach über eine Tür (Achtung: ober Kante vorher abstauben) oder mit einem Hänger ans Bücherregal (wenn du keinen Platz für Wäschespinne & Co hast) hängen – und sie ist bald wieder anziehbereit. Du sparst dabei außerdem eine Menge Energie, was wiederum gut für deinen CO2-Abdruck ist.

Do’s:

Vorsorgeuntersuchung

Nimm deine Lieblingshose immer wieder in die Hand und begutachte sie: Wird der Stoff an manchen Stellen dünner? Gibt es Abnutzungserscheinungen? Kündigt sich irgendwo ein Loch an? Bemerkst du etwas, unternimm so schnell wie möglich etwas. Bring dein Hoserl zum Beispiel zu ins brandneue Hosenlabor in Wien zum Reparieren. Je früher, desto besser. Denn: bei der nächsten heftigeren Bewegungen kann schon ein unerwünschtes ‚Rtsch’ zu hören sein. Dann hast du es mit einem großen Riss zu tun, der schwieriger zu reparieren ist.

Haben wir eine wichtige Methode vergessen oder kennst du einen besonderen Trick? Her damit!

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