Wash it once again Sam!

Eine (von zahlreichen) glücklichen Fügungen hat uns die supercoolen Jungs von bustanut.de beschert. Guido und Sam waren früher bei Mustang und verdienen ihre Brötchen jetzt als “Wasch-Konsulenten” – ja das gibt’s. Sam ist gelernter Designer und Guido ist Textiltechniker. Die beiden inspizieren Wäscherein am ganzen Globus, bilden die Mitarbeiter ihrer Kunden aus UND produzieren als Einzelstücke geile Musterwaschungen in Handarbeit. Die schicken die Labels dann nach China, Bangladesch, Vietnam und Co, um sie in Serie nachzuproduzieren.

Ich bin Anfang Jänner nach Ulm, um die Jungs kennen zu lernen. Eine Woche später haben wir auf der bread and butter in Berlin den Deal perfekt gemacht. Mike und ich kommen eine Woche rauf und lernen Jeans-Washing von der Pieke auf. Im Gegenzug machen wir etwas Marketing- und Positionierungs-Basisarbeit mit den beiden für ihr eigenes Jeans-Label ’14 oz to freedom‘ – auch richtig geile Hoserl, die die beiden da machen!

Jeans-Washing, was is das überhaupt?! Die eigentliche Rocket Science beim Jeans machen ist gar nicht soooo die Näherei (ja, das is für nicht gelernte trotzdem schwierig!). Die richtige Challenge ist das Washing. Das Baumwollgarn wird vor dem Weben geschlichtet damit es die Strapazen des industriellen Webens übersteht, bei dem das Garn großen Bealstungen ausgesetzt wird. Beim ersten Kontakt mit Wasser wird das Gewebe entschlichtet. Das beim Weben gestreckte Garn will quasi in seinen Ursprungszustand zurück und “springt ein”. Das bedeutet, dass das Fabric auf der Kette (=Längsseite), je nach Beschaffenheit um 1-12% einspringt. Und genau das ist die große Herausforderung beim Herstellen von Jeans auf Maß. Damit die Hose den typisch jeansigen Look hat, muss sie nach dem Nähen gewaschen werden und springt dann eben ein. Hört sich recht einfach an, in Wahrheit ist es aber so, dass selbst auf einem Stoffballen, ein und der selbe Stoff immer wieder unterschiedlich einspringt. Da wir die Jeans bei uns im Laden fertigen, können wir im Fall der Fälle nochmal nachkorrigieren.

icon wink wash it once again sam! icon wink wash it once again sam!

Anfangs wollten wir Sam und Guido nicht so recht glauben schenken, als sie uns diverse Geschichten über komplette Kollektionen erzählt haben, die wegen unerklärlichen Problemen mit dem Einsprung vernichtet wurden. Mittlerweile haben wir uns da selbst schon ein wenig die Hörner abgestoßen.

Jedenfalls haben wir in einer sehr coolen Woche in Ulm gelernt wie man mit Schmiergelpapier, einem Etikettentacker, Kabelbindern und diversen anderen Mitteln Jeans richtig geil und authentisch alt aussehen lässt!

An dieser Stelle: Vielen dank Guido! Vielen Dank Sam! Es war eine superlässige Woche bei euch da oben. Hope to see you @ our opening party on may 7th.

WTF is sanforizing?! Ab ins Textil-Labor!

Während der letzten Monate waren wir immer wieder mehr als erstaunt darüber, was mit wenig Kohle, oder besser gesagt → ohne Kohle möglich ist!

Vielen Dank an Herrn Schatz von Clariant – eine Petrochemie Company die unter anderem Waschzusätze herstellt. Wir durften dort zwei Tage im Chemie-Labor alles über’s Bleichen, Färben, Weichmacher, Kunstharze, Enzyme, Farbechtheit und Schlichte lernen.

[BILDER]

Eine gute Grundlage für uns für den bevorstehenden Workshop in Ulm und die anstehenden Entscheidungen, welche Substanzen wir aus ökologischer Sicht verwenden wollen und sollen. Und der Walter war natürlich auch wieder mit von der Partie.

Wir fahren nach Italien!

Es ist soweit. Der Gegenbesuch bei unserem italienischen Produktionspartner für die industriell vorproduzierten Hosenteile, für die Produktlinie ‚Schneidersitz‘ steht an. Da beim ersten Kennenlernen inhaltlich Zero gelaufen ist, sind wir uns nicht sicher, ob der Trip überhaupt Sinn macht und wie lange wir fahren sollen. Sollen wir Walter mitnehmen? Wenn’s ans Eingemachte und die Schnitte geht, wär’s sicher nicht schlecht, Walter mit zu haben. Wenn wir uns alles anschauen können, die Zulieferbetriebe und die komplette Wertschöpfung, dann brauchen wir mehr Zeit als 2 Tage. Wenn inhaltlich so viel besprochen wird wie in Wien, sind zwei Stunden zu viel.

Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, dass für unsere Jeans nur außerhalb der eigenen vier Wände produziert wird, wenn wir alle involvierten Betriebe persönlich gesehen haben.

Wir fliegen also zu dritt nach Bolagna, Moriz, Walter und ich. Dort gelandet holen uns Alessandro und Chiara ab. Bereits im ersten Meeting wollte die graue Eminenz und Chef-Finanzer Giovanni die Kooperation abschiessen. Zu wenig Stückzahl, zu klein, zu kompliziert. Hitzige Diskussionen. Einige Stunden später haben wir auch den CEO von unserem Konzept überzeugt und es geht zum ersten italienischen Arbeits-Mittagessen. Walter gibt nach der Vorspeise – dem ersten von drei Gängen – w.o.

icon wink wir fahren nach italien!

icon wink wir fahren nach italien!

Eine Woche, etliche Meetings, zig Schnittzeichnungen und Nähproben sowie etliche Flaschen Hauswein und köstliche Mahlzeiten später ist alles unter Dach und Fach! Die Schnitte, die Produktionsprozesse (die komplette Nähstraße und die Fertigungsprozesse müssen für unsere Zwecke umgstellt werden), die Konditionen. Wir haben eine Produktion aufgestellt: sweatshopfree und nur mit organic denims!! Sehr, sehr geil! 

Vielen Dank, Walter, fürs Mitkommen! Ohne deinen Einsatz würden wir wohl heute noch an den Schnitten basteln ;-)

Alles WALTER oder was?

Gesucht, gefunden!!! Wie hierzulande üblich, können wir heute nicht mehr ganz rekonstruieren, über welche Ecken wir zu Walter Lunzer gekommen sind. über ne Freundin von nem Freund, Kontakt auf der Angewandten, Karina Salat … und irgendwann war er da, unser Walter.

Walter hat in Hetzendorf die Modeschule und die Ausbildung zum Hutmacher gemacht, danach an der Angewandten studiert und leitet dort seit einigen Jahren Nähworkshops für Studentinnen. Daneben ist er seit Jahren als Maßdesigner tätig und ein begnadeter und geduldiger Lehrer und Pädagoge. Ja, is garnicht immer so einfach, mir mit meinen zwei linken Händen alles mögliche beizubringen ;-) Neben seiner Expertise bringt Walter die dafür nötige Engelsgeduld mit. Naja, und da war es nur allzu naheliegend, die Stitching Sessions im 1. Stock des Betastores aufzuziehen.

Walter hat uns später bei unserem ersten Besuch in Italien – bei einem Glaserl von Giovanni’s herrlichem Hauswein in Urbania – erzählt, was er sich gedacht hat, als er auf dem für ihn typischen Roller mit goldener Mähne zum Termin geflitzt ist: “Schon wieder zwei Trullern, die ein Label gründen wollen und noch dazu Jeans, so ein Blödsinn. Naja egal, nehm ich mir a halbe Stunde und klär die Buben amal auf.”

Geworden is es dann Liebe auf den ersten Blick ;-). Unsere Ideen zu individualisierter Mode, Halbmaß- und Maß-Jeans, haben bei Walter offene Türen eingeräumt und entsprechen seiner (übrigens sehr fundierten und reflektierten) Einstellung zu Mode!

In den letzten Monaten hat uns Walter alles Mögliche beigebracht. Beginnend bei den Basics: Von „Ja, ein Stoff hat zwei unterschiedliche Seiten.“, über wie bediene ich eine Industrie-Nähmaschine, bis hin zum Zeichnen von Schnitten. Jaja, “Müller München” ist für viele irgendein Typ in der bayrischen Metropole. Für Insider und nun auch uns, eine Art Altes Testament der Jeansschnitte.

Bald war klar, dass Walter mehr ist als ein oder nur unser Nähcoach. Maßnehmen, Kundengespräche, Stoffselektion und mehr —> all das will gelernt sein. Jedenfalls unterstützt uns Walter seit November bei allem, was mit Verarbeitung, Schnitten, Textiltechnik und Designfragen zu tun hat. Immer charmant, immer professionell und dennoch ist bei ihm Mode immer sooo simpel. Danke Walter, good to have you on board!

wir probierens temporär und machen einen betastore für drei monate…

wir haben uns dazu entschlossen unser konzept einfach mal auszuprobieren und eine location für eine drei monatige betaphase gesucht und sind beim allerersten location-check auch gleich fündig geworden und zwar bei gerhart in der gumpendorferstrasse der den famosen ausstellungsraum betreibt!
ausstellungsraum.at

Gumpendorferstrasse 23
1060 Wien

so wurde unsere zweistöckige location in der vergangenheit genutzt; hoffe wir können da noch einen draufsetzen;-)

Francesco liebt Eitrige mit Buckl!

Für unser Schneidersitz-Konzept, bei dem industriell vorproduzierten Hosenteile verwendet werden brauchen wir einen Produktionspartner. Vor einigen Wochen haben wir deshalb bei Fairtrade Österreich nach einer Liste der zertifizierten Produzenten angefragt.

Die Liste von europäischen Konfektionsbetrieben war nicht besonders lange und auf unsere Anfrage reagiert haben gleich noch weniger. Umso unglaublicher, dass ein Produzent anbietet, kurzerhand den weiten Weg aus dem mittleren Italien nach Wien zu machen, um uns kennenzulernen. Mike hat es nicht gepackt und mehrmals klargestellt, dass wir Mickey-Mouse-Stückzahlen am Start haben.

Sie fragen nach unserem Büro, wir sagen wir haben keines. Sie fragen nach unseren Stückzahlen, wir sagen wir haben wenig bis gar nichts und es wird auch wenn, nur langsam richtig viel werden können… Nichts desto trotz, die Italiener sind cool drauf und setzen sich ins Auto. Wir rechnen mit einem Vertriebsmitarbeiter. Da folgt die nächste Überraschung. Wir treffen uns im Hotel und uns erwartet nicht EINER, sondern eine illustre Runde. Wir alles wissen, ein Italiener der was auf sich hält ist Feinspitz, ist Gourmet. Wir schlagen ein Restaurant vor, bis irgendjemand das wort „WURSTEL“ spricht. Ein wenig später sitzen wir im Taxi zum Würstelstand am Graben.

wurstelstand_beschriftet wurstelstand_beschriftet

Von links nach rechts: meine Wenigkeit – Mo – der tapfere Jeansschneider, Alessandro (the CEOs right hand), Sales Represantative Claudia, Chief Technician Luigi (bei uns aka Luigipedia), Francesco the CEO and big boss, and Michael (der andere tapfere Jeansschneider, der lieber hinter der Kamera arbeitet, während sich Moriz mit den Lieferanten beim Gorumetdinner amüsiert. ;-))

Danach gehen wir auf einen Spaziergang über die Hofburg zum Christkindl-Markt und machen abschließend noch einen Halt im Schwarzen Kamel auf ein Achterl. Dann gehen unsere Gäste in die Heia.

Wir fragen uns ernsthaft was da los ist!? Wie ist es möglich, dass einer der 3 größten Jeansproduzenten Italiens mit vier Mann zu uns Pappnasen hochkommt?!? Haben die was falsch verstanden?! Ist bei den Stückzahlen ein Komma verrutscht?!

Am nächsten Tag gehts im Phil bei unserer Besprechung weiter. Wir wollen über Stückzahlen sprechen, totale Fehlanzeige. Preise? Nein. Sie zeigen uns ein paar lässige Jeans und erzählen über die Tradition und die Geschichte des Familienbetriebes. Luigi ist technischer Direktor und seit über 30 Jahren im Unternehmen. Alessandro und Francesco haben im Zuschnitt bzw. der Logistik angefangen. Das Unternehmen produziert 3-4 Millionen Jeans im Jahr.

Wir wollen immer wieder auf inhaltliche Themen zu sprechen kommen —> no chance. Zu guter Letzt werden wir nach Italien eingeladen, um uns alles anzuschauen und DANN vielleicht übers Geschäft zu sprechen.

Paris: Premiere Vision – die größte Denim-Messe der Welt…

Morgens um 5 rein in die Maschine und nach Paris zur Première Vision.

Geil! Endlich in einem Meer aus Jeansstoffen wühlen und die ganzen Produzenten… Ich renn‘ voller Vorfreude in die erste Halle. Hmmmm, strange, alles blau? Ist das vielleicht die blaue Halle? Und die bunten Dinger kommen in der nächsten? Zwei Hallen später kommt die traurige Gewissheit: alles einheitsblau. Aber wir machen doch noch eine Entdeckung: Die geilen Books von modeinfo.de. Da gibt’s eine Jeans-Bibel nach der anderen – für uns unleistbar. 1000 Euro für ein Bücherl san net drinnen, leider ;-(. Die haben quartalsmäßig erscheinende Bücher mit Design- und Pattern-Templates auf CD. Produzenten abonnieren das und beliefern so die Kiks dieser Welt. Kein Wunder also wenn alles ein wenig ähnlich ausschaut… Auch eine kleine Entdeckung: die Stoffe mit rotem Schuss. Das macht beim Waschen superfette Effekte!

What the fuck is Preshrunk, Sanforizing, Einsprung und Schlichte?! 48 Stunden, 100 Visitenkarten und ebenso viele Gespräche später ist klar —> We need another coach! Zumindest haben wir hier mal die ganzen wichtigen Kontakte zu Webern und Herstellern für Labels, Nähgarn, Knöpfe und Nieten gemacht!

Aber ORGANIC >>> Fehlanzeige! ‚Hamma nicht mehr‘, ‚hat niemand gekauft‘, ‚hatten wir nie‘. Mindestbestellmengen jenseits von Gut und Böse, wird garnicht so einfach, uns die Kleinmengen zusammen zu schnorren, die wir brauchen. Und ORGANIC scheint hier definitiv nicht en vogue zu sein! Da müss‘ ma noch anständig kurbeln.

Nachtrag: Für die Stoffmesse musste ein temporärer Name her. Butcher Jeans simma nimma, weil zu macho, zu heavy, zu sleek, zu wenig URLs frei. Was nun? Ja, im April woll’ma schließlich starten. Also einfach “first day of april”. Beim URL-Reservieren denk’ma uns, warum nicht noch einfacher: ”DAYOFAPRIL”.

Ich ruf meinen Kumpel Harry an und schick ein kurzes Briefing durch:

„Wiese, ein Baum, ein Vogerl (à la Twitter-Spatzerl) und ein Katzerl sonnen sich genüsslich und friedlich im Baum. (Nie würde das Katzerl dem Vogel einen Kratzer zufügen! In dieser Welt ist alles Friede Freude Eierkuchen! Die Fleischfresser fressen Pflanzen, oder noch besser Luft und Liebe. Damit auch keinem zarten Pflänzchen ein Blatt geknickt werden muss…! )“

„Ist es im Paradies oder nur ein herrlicher und friedlicher Tag im April?“

DAY OF APRIL – Das sind Jeans. Jede so einzigartig und individuell wie du und ich. Ein Abbild deiner Seele aus geilstem Denim nur für dich! Bitte nimm dir aus der Welt oben etwas pictorales raus. Alles? Nur die Kinder? Das Katzerl und das Vogerl halten vielleicht a Hoserl friedlich und bringen’s den Kindern, weil die ja Nackerpatzeln sind?! Ähnlich wie bei Levi’s, nur halt keine Pferderln die was z’reißen, sondern liebe Spatzerln… Das ganze völlig als Unlogo! Eine Zeichnung, Schmierage, total organisch und echt. Das muss nirgends draufpassen. Scheiß auf Visitenkarten oder so einen Dreck! Es ist mehr a Bild, a kleine Welt, ka Logo…“

„Was tu’mma mit der Schrift?! Die steht vielleicht auf am biblischen Banner? Vielleicht halten den ja die Vogerln und schweben überm Baum? Oder es ist einfach wie a Bildtitel irgendwo dazu’zeichnet?“

Ein paar Stunden später donnert der Harry die „day of april“-Welt rüber, das Ding rauf auf die Website – und ab ging’s auf die Messe nach Paris.

Bild-287 Bild-287

The Komolka-Experience

So ein Hoserl selber zu nähen kann ja nicht so schwer sein?! Die ersten Nähversuche – ab zum Komolka!

Eine Runde Schnitt-Abpausen und dann ist es endlich so weit – Männer mit ihren Maschinen. Zwei Arbeitstage später stehen wir frustriert vor den noch immer nicht fertigen Hosen. Damn. Gar nicht so einfach, wie man glaubt. We need a stitching instructor!! Ehe ich’s vergesse: bei den ersten Nähversuchen wurde die Idee für ‘Schneidersitz‘ und Halbmaß-Jeans geboren → Hosenteile industriell vorproduzieren zu lassen, damit wir wettbewerbsfähig werden können.

Denn die meisten KundInnen wollen ja vermutlich doch keine 700 Euro für Maßjeans ausgeben, selbst wenn sie supergeil passen. Wir brauchen also doch einen Produzenten aus Europa – sweatshop-free, organic und noch dazu kleine Bestellmengen für den Anfang! Das wird sicher eine ganz leichte Übung!

Denim-Check in der Modehauptstadt Mailand

Ich mache am Weg nach Australien einen Zwischenstopp in Milano. In der Heimatstadt von Diesel wird bei der Gelegenheit kurz nach dem Rechten gesehen. Check, check, check. 48 Stunden durch alle Showrooms gefetzt. Auf der Suche nach DEN Modevierteln Mailands stellt sich bald heraus, dass mehr oder weniger die halbe City Modeviertel ist. Dennoch unglaublich: da gibts Straßenzüge, in denen links und rechts ein Showroom neben dem anderen ist. Und bei allen, die nicht gerade für die Fashion-Week in Paris ausgeräumt haben, ist es selbst ohne Termin kein Problem reinzukommen. Schamlos wird d’rauf losfotografiert was gefällt.

Die Diesels haben in Mailand ein dermaßen fettes Building, wie man’s hierzulande nur von einer Versicherung oder Bank kennt. Man kann sich das circa so vorstellen, wie das Raika-Building in Wien-Mitte, nur noch ein wenig fetter! Unter Angabe falscher Gründe mal einen Blick auf die nächste Kollektion werfen kann ja kein Problem sein?! Also rein zur Rezeption und mal das übliche Gschichtl drucken: Vienna blabla, Denimstore blabla. Die Signora am Empfang greift zum Hörer, irgendwer hebt ab, der mit wenig Akzent Deutsch spricht und bietet an, mit Frau Köstl (Anm.: Diesel Österreich) in Vienna zu verbinden. Ui, den Namen hab ich schon amal g’hört. Ich melde mich dann wohl besser direkt in Wien Grazie (Lisa, kommst‘ auf an Kaffee vorbei?! Dann besprech’ma die neue Diesel-Kollektion ;-))

Dickes B! Die Butter am Brot…

Moriz und ich pfeifen uns die größte Street Wear Messe Europas, die bread and butter rein und sind, obwohl das alles für uns völlig neu ist, schon nach recht kurzer Zeit gelangweilt. Überall der gleiche Shit; Cowboys, Zapfsäulen, Harleys, Highway-Schilder und anderer US-Folklore-Trödel. Machoide Bilderwelten soweit das Auge reicht; industrywear, since 19XX, pseudo-handwerklich daherkommende Mode aus der Retorte, aus der Fabrik. Ein echter Einheitsbrei von den Wranglers, Mustangs, Levi’s dieser Welt. Einzig Diesel und G-Star fallen ein bisserl aus dem Rahmen; Diesel (Moriz’s damalige Lieblingshoserln) weil frei von Western-Moods und G-Star (meine Favs im vorigen Leben ;-)) weil sie die Einzigen sind, die in Punkto Cuts echt was anderes zu bieten haben. Die Elwood ist kein schlechter Wurf gewesen in den 80er… Also inhaltlich war es eigentlich eher langweilig.

Die erhofften Innovationen und Sensationen waren Mangelware; ein richtig geiler Anzug.

IMG_26501 IMG_26501

Ein sehr lässiger – wenn auch völlig unnötiger – Pantomat von Closed zum 247 Hosen rausdrücken:

closed_klein1 closed_klein1

Nö, auf so Steinderl und F(ur)unkel-Zeugs hamma keinen Bock…
Da komma der Sache schon näher. Ein bisserl Farbenmischen und Panschen, das macht Männer froh!

IMG_2721 IMG_2721

Der gute Ad Haky – von T-Shirts und Kapperln hat er ja wenig Plan, aber die Haken kann man lassen – die gefallen auch dem Jeans-Butcher… Übrigens war das der fetteste und grauslichste Stand auf der bread and butter überhaupt und das ist beides gar net so einfach zu bewerkstelligen…

IMG_2728 IMG_2728

Das gfallt uns auch, Sachen zum selber aussuchen! Nein, leider doch net, hängt nur als Messe-Deko da rum – so geht’s uns überhaupt bei allem was gefällt – Messedeko….

IMG_2738 IMG_2738

JAAAAA das gfallt den Buben! Ein teures Gerät und der Italo-Meister Propper bei der Handarbeit! Ich kann’s jetzt nicht mehr genau sagen, aber das ist vermutlich eine der Inspirationen für unser Konzept. das Laboratorio – eine Kooperation einiger italienischer Jeansbetriebe die einen Show-Room als Leistungsschau am Start haben.

IMG_26761 IMG_26761

Zweifelsfrei unser Highlight der bread and butter 2009! Ob man diese Finishings auch mit einfacheren Mitteln machen kann? Oder überhaupt im Store? Now we know ;-)

Jetzt zur Keyto, ganz anders, völlig entspannt, wenig Lärm um viel. Eine neue Tradeshow mit ausschließlich organic Mode. Sehr cool. Friendly atmosphere, lässige Leute und coole Läden. Ganz klein, keine Keiler. Fashion reloaded, ein ganz tolles Upcycling- und Mitmach-Konzept von der bezaubernden Cecile. Moriz macht seinen ersten Siebdruck auf das Hemd das er trägt. Begeistert und inspiriert ziehen wir ab.

fashionreloaded fashionreloaded

Aja und a bisserl Party hat natürlich auch sein müssen ;-) Zuerst Paul van Dyke im Weekend Club mit anschließendem Sonnenaufgang auf der Dachterraza und dann noch an kurzen Sprung ins Berghain bis 12 Uhr mittags. Berlin rockt…

Bild-1141 Bild-1141