wir probierens temporär und machen einen betastore für drei monate…

wir haben uns dazu entschlossen unser konzept einfach mal auszuprobieren und eine location für eine drei monatige betaphase gesucht und sind beim allerersten location-check auch gleich fündig geworden und zwar bei gerhart in der gumpendorferstrasse der den famosen ausstellungsraum betreibt!
ausstellungsraum.at

Gumpendorferstrasse 23
1060 Wien

so wurde unsere zweistöckige location in der vergangenheit genutzt; hoffe wir können da noch einen draufsetzen;-)

Francesco liebt Eitrige mit Buckl!

Für unser Schneidersitz-Konzept, bei dem industriell vorproduzierten Hosenteile verwendet werden brauchen wir einen Produktionspartner. Vor einigen Wochen haben wir deshalb bei Fairtrade Österreich nach einer Liste der zertifizierten Produzenten angefragt.

Die Liste von europäischen Konfektionsbetrieben war nicht besonders lange und auf unsere Anfrage reagiert haben gleich noch weniger. Umso unglaublicher, dass ein Produzent anbietet, kurzerhand den weiten Weg aus dem mittleren Italien nach Wien zu machen, um uns kennenzulernen. Mike hat es nicht gepackt und mehrmals klargestellt, dass wir Mickey-Mouse-Stückzahlen am Start haben.

Sie fragen nach unserem Büro, wir sagen wir haben keines. Sie fragen nach unseren Stückzahlen, wir sagen wir haben wenig bis gar nichts und es wird auch wenn, nur langsam richtig viel werden können… Nichts desto trotz, die Italiener sind cool drauf und setzen sich ins Auto. Wir rechnen mit einem Vertriebsmitarbeiter. Da folgt die nächste Überraschung. Wir treffen uns im Hotel und uns erwartet nicht EINER, sondern eine illustre Runde. Wir alles wissen, ein Italiener der was auf sich hält ist Feinspitz, ist Gourmet. Wir schlagen ein Restaurant vor, bis irgendjemand das wort “WURSTEL” spricht. Ein wenig später sitzen wir im Taxi zum Würstelstand am Graben.

 

wurstelstand_beschriftet

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Von links nach rechts: meine Wenigkeit – Mo – der tapfere Jeansschneider, Alessandro (the CEOs right hand), Sales Represantative Claudia, Chief Technician Luigi (bei uns aka Luigipedia), Francesco the CEO and big boss, and Michael (der andere tapfere Jeansschneider, der lieber hinter der Kamera arbeitet, während sich Moriz mit den Lieferanten beim Gorumetdinner amüsiert. ;-))

Danach gehen wir auf einen Spaziergang über die Hofburg zum Christkindl-Markt und machen abschließend noch einen Halt im Schwarzen Kamel auf ein Achterl. Dann gehen unsere Gäste in die Heia.

Wir fragen uns ernsthaft was da los ist!? Wie ist es möglich, dass einer der 3 größten Jeansproduzenten Italiens mit vier Mann zu uns Pappnasen hochkommt?!? Haben die was falsch verstanden?! Ist bei den Stückzahlen ein Komma verrutscht?!

Am nächsten Tag gehts im Phil bei unserer Besprechung weiter. Wir wollen über Stückzahlen sprechen, totale Fehlanzeige. Preise? Nein. Sie zeigen uns ein paar lässige Jeans und erzählen über die Tradition und die Geschichte des Familienbetriebes. Luigi ist technischer Direktor und seit über 30 Jahren im Unternehmen. Alessandro und Francesco haben im Zuschnitt bzw. der Logistik angefangen. Das Unternehmen produziert 3-4 Millionen Jeans im Jahr.

Wir wollen immer wieder auf inhaltliche Themen zu sprechen kommen —> no chance. Zu guter Letzt werden wir nach Italien eingeladen, um uns alles anzuschauen und DANN vielleicht übers Geschäft zu sprechen.

 

Paris: Premiere Vision – die größte Denim-Messe der Welt…

Morgens um 5 rein in die Maschine und nach Paris zur Première Vision.

Geil! Endlich in einem Meer aus Jeansstoffen wühlen und die ganzen Produzenten… Ich renn’ voller Vorfreude in die erste Halle. Hmmmm, strange, alles blau? Ist das vielleicht die blaue Halle? Und die bunten Dinger kommen in der nächsten? Zwei Hallen später kommt die traurige Gewissheit: alles einheitsblau. Aber wir machen doch noch eine Entdeckung: Die geilen Books von modeinfo.de. Da gibt’s eine Jeans-Bibel nach der anderen – für uns unleistbar. 1000 Euro für ein Bücherl san net drinnen, leider ;-(. Die haben quartalsmäßig erscheinende Bücher mit Design- und Pattern-Templates auf CD. Produzenten abonnieren das und beliefern so die Kiks dieser Welt. Kein Wunder also wenn alles ein wenig ähnlich ausschaut… Auch eine kleine Entdeckung: die Stoffe mit rotem Schuss. Das macht beim Waschen superfette Effekte!

What the fuck is Preshrunk, Sanforizing, Einsprung und Schlichte?! 48 Stunden, 100 Visitenkarten und ebenso viele Gespräche später ist klar —> We need another coach! Zumindest haben wir hier mal die ganzen wichtigen Kontakte zu Webern und Herstellern für Labels, Nähgarn, Knöpfe und Nieten gemacht!

Aber ORGANIC >>> Fehlanzeige! ‘Hamma nicht mehr’, ‘hat niemand gekauft’, ‘hatten wir nie’. Mindestbestellmengen jenseits von Gut und Böse, wird garnicht so einfach, uns die Kleinmengen zusammen zu schnorren, die wir brauchen. Und ORGANIC scheint hier definitiv nicht en vogue zu sein! Da müss’ ma noch anständig kurbeln.

Nachtrag: Für die Stoffmesse musste ein temporärer Name her. Butcher Jeans simma nimma, weil zu macho, zu heavy, zu sleek, zu wenig URLs frei. Was nun? Ja, im April woll’ma schließlich starten. Also einfach “first day of april”. Beim URL-Reservieren denk’ma uns, warum nicht noch einfacher: ”DAYOFAPRIL”.

Ich ruf meinen Kumpel Harry an und schick ein kurzes Briefing durch:

“Wiese, ein Baum, ein Vogerl (à la Twitter-Spatzerl) und ein Katzerl sonnen sich genüsslich und friedlich im Baum. (Nie würde das Katzerl dem Vogel einen Kratzer zufügen! In dieser Welt ist alles Friede Freude Eierkuchen! Die Fleischfresser fressen Pflanzen, oder noch besser Luft und Liebe. Damit auch keinem zarten Pflänzchen ein Blatt geknickt werden muss…! )”

“Ist es im Paradies oder nur ein herrlicher und friedlicher Tag im April?”

DAY OF APRIL – Das sind Jeans. Jede so einzigartig und individuell wie du und ich. Ein Abbild deiner Seele aus geilstem Denim nur für dich! Bitte nimm dir aus der Welt oben etwas pictorales raus. Alles? Nur die Kinder? Das Katzerl und das Vogerl halten vielleicht a Hoserl friedlich und bringen’s den Kindern, weil die ja Nackerpatzeln sind?! Ähnlich wie bei Levi’s, nur halt keine Pferderln die was z’reißen, sondern liebe Spatzerln… Das ganze völlig als Unlogo! Eine Zeichnung, Schmierage, total organisch und echt. Das muss nirgends draufpassen. Scheiß auf Visitenkarten oder so einen Dreck! Es ist mehr a Bild, a kleine Welt, ka Logo…”

“Was tu’mma mit der Schrift?! Die steht vielleicht auf am biblischen Banner? Vielleicht halten den ja die Vogerln und schweben überm Baum? Oder es ist einfach wie a Bildtitel irgendwo dazu’zeichnet?”

Ein paar Stunden später donnert der Harry die „day of april“-Welt rüber, das Ding rauf auf die Website – und ab ging’s auf die Messe nach Paris.

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The Komolka-Experience

So ein Hoserl selber zu nähen kann ja nicht so schwer sein?! Die ersten Nähversuche – ab zum Komolka!

Eine Runde Schnitt-Abpausen und dann ist es endlich so weit – Männer mit ihren Maschinen. Zwei Arbeitstage später stehen wir frustriert vor den noch immer nicht fertigen Hosen. Damn. Gar nicht so einfach, wie man glaubt. We need a stitching instructor!! Ehe ich’s vergesse: bei den ersten Nähversuchen wurde die Idee für ‘Schneidersitz‘ und Halbmaß-Jeans geboren → Hosenteile industriell vorproduzieren zu lassen, damit wir wettbewerbsfähig werden können.

Denn die meisten KundInnen wollen ja vermutlich doch keine 700 Euro für Maßjeans ausgeben, selbst wenn sie supergeil passen. Wir brauchen also doch einen Produzenten aus Europa – sweatshop-free, organic und noch dazu kleine Bestellmengen für den Anfang! Das wird sicher eine ganz leichte Übung!

Denim-Check in der Modehauptstadt Mailand

Ich mache am Weg nach Australien einen Zwischenstopp in Milano. In der Heimatstadt von Diesel wird bei der Gelegenheit kurz nach dem Rechten gesehen. Check, check, check. 48 Stunden durch alle Showrooms gefetzt. Auf der Suche nach DEN Modevierteln Mailands stellt sich bald heraus, dass mehr oder weniger die halbe City Modeviertel ist. Dennoch unglaublich: da gibts Straßenzüge, in denen links und rechts ein Showroom neben dem anderen ist. Und bei allen, die nicht gerade für die Fashion-Week in Paris ausgeräumt haben, ist es selbst ohne Termin kein Problem reinzukommen. Schamlos wird d’rauf losfotografiert was gefällt.

Die Diesels haben in Mailand ein dermaßen fettes Building, wie man’s hierzulande nur von einer Versicherung oder Bank kennt. Man kann sich das circa so vorstellen, wie das Raika-Building in Wien-Mitte, nur noch ein wenig fetter! Unter Angabe falscher Gründe mal einen Blick auf die nächste Kollektion werfen kann ja kein Problem sein?! Also rein zur Rezeption und mal das übliche Gschichtl drucken: Vienna blabla, Denimstore blabla. Die Signora am Empfang greift zum Hörer, irgendwer hebt ab, der mit wenig Akzent Deutsch spricht und bietet an, mit Frau Köstl (Anm.: Diesel Österreich) in Vienna zu verbinden. Ui, den Namen hab ich schon amal g’hört. Ich melde mich dann wohl besser direkt in Wien Grazie (Lisa, kommst’ auf an Kaffee vorbei?! Dann besprech’ma die neue Diesel-Kollektion ;-)) 

Dickes B! Die Butter am Brot…

Moriz und ich pfeifen uns die größte Street Wear Messe Europas, die bread and butter rein und sind, obwohl das alles für uns völlig neu ist, schon nach recht kurzer Zeit gelangweilt. Überall der gleiche Shit; Cowboys, Zapfsäulen, Harleys, Highway-Schilder und anderer US-Folklore-Trödel. Machoide Bilderwelten soweit das Auge reicht; industrywear, since 19XX, pseudo-handwerklich daherkommende Mode aus der Retorte, aus der Fabrik. Ein echter Einheitsbrei von den Wranglers, Mustangs, Levi’s dieser Welt. Einzig Diesel und G-Star fallen ein bisserl aus dem Rahmen; Diesel (Moriz’s damalige Lieblingshoserln) weil frei von Western-Moods und G-Star (meine Favs im vorigen Leben ;-)) weil sie die Einzigen sind, die in Punkto Cuts echt was anderes zu bieten haben. Die Elwood ist kein schlechter Wurf gewesen in den 80er… Also inhaltlich war es eigentlich eher langweilig.

Die erhofften Innovationen und Sensationen waren Mangelware; ein richtig geiler Anzug.

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Ein sehr lässiger – wenn auch völlig unnötiger – Pantomat von Closed zum 247 Hosen rausdrücken:

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Nö, auf so Steinderl und F(ur)unkel-Zeugs hamma keinen Bock…
Da komma der Sache schon näher. Ein bisserl Farbenmischen und Panschen, das macht Männer froh!

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Der gute Ad Haky – von T-Shirts und Kapperln hat er ja wenig Plan, aber die Haken kann man lassen – die gefallen auch dem Jeans-Butcher… Übrigens war das der fetteste und grauslichste Stand auf der bread and butter überhaupt und das ist beides gar net so einfach zu bewerkstelligen…

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Das gfallt uns auch, Sachen zum selber aussuchen! Nein, leider doch net, hängt nur als Messe-Deko da rum – so geht’s uns überhaupt bei allem was gefällt – Messedeko….

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JAAAAA das gfallt den Buben! Ein teures Gerät und der Italo-Meister Propper bei der Handarbeit! Ich kann’s jetzt nicht mehr genau sagen, aber das ist vermutlich eine der Inspirationen für unser Konzept. das Laboratorio – eine Kooperation einiger italienischer Jeansbetriebe die einen Show-Room als Leistungsschau am Start haben.

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Zweifelsfrei unser Highlight der bread and butter 2009! Ob man diese Finishings auch mit einfacheren Mitteln machen kann? Oder überhaupt im Store? Now we know ;-)

Jetzt zur Keyto, ganz anders, völlig entspannt, wenig Lärm um viel. Eine neue Tradeshow mit ausschließlich organic Mode. Sehr cool. Friendly atmosphere, lässige Leute und coole Läden. Ganz klein, keine Keiler. Fashion reloaded, ein ganz tolles Upcycling- und Mitmach-Konzept von der bezaubernden Cecile. Moriz macht seinen ersten Siebdruck auf das Hemd das er trägt. Begeistert und inspiriert ziehen wir ab.

fashionreloaded

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Aja und a bisserl Party hat natürlich auch sein müssen ;-) Zuerst Paul van Dyke im Weekend Club mit anschließendem Sonnenaufgang auf der Dachterraza und dann noch an kurzen Sprung ins Berghain bis 12 Uhr mittags. Berlin rockt…

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Let’s make J E A N S !

Irgendwann Ende Juni 2009 gingen Mike und ich auf einen Cafe in’s Phil in der Gumpe. Mike erzählte mir von seinem Plan ein Organic Fashion Label zu gründen. Wir sprachen über Kapitalbedarf, Kollektionen, Designer, Vertriebsmitarbeiter und den ganzen Krempel und landeten bei den Hunderttausenden Euronen die man braucht, um ein Label aufzuziehen. Ich erzählte ihm, dass ich momentan mehr auf dem Trip bin, irgendeine kleine feine Sache in einem Ladenlokal zu probieren und zu schauen, ob’s rennt. Nichts Großes und vor allem kein Business-Planning, wo du 6 Monate an irgendeinem Text arbeitest und im Grunde selber keinen Plan hast, ob deine Zahlen und Annahmen auch nur annähernd irgendwie stimmen. Und wenn du mit dem Teil fertig bist, heißt’s Klinkenputzen und Leute finden, die dir ihre Kohle geben. Wenn’s gut läuft hast du 12-18 Monate nach der Idee die Finanzierung beieinander und nochmal 6-12 Monate später bist du mit deinem produkt am Markt. → Du arbeitest also mindestens zwei Jahre an irgendeinem Projekt, bevor dir der erste Kunde sagt ob’s irgendwas taugt. Das fanden wir nicht cool! Naja, bei Mode geht’s eben vermeintlich nicht anders. Containerware mit tausenden Stücken, jede Menge Wareneinsatz und co verschlingen die Kohle…

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Naja, was ist, wenn ma einfach NUR JEANS machen? Ein paar Minuten später ist die Idee für BUTCHER JEANS geboren. Wir holen uns ganz normal fixfertige Hosen von whereever und bei uns im Laden macht der Röhren-Metzger den letzten Schliff drauf und wascht das Zeuch… Der kurze Cafe unter Bekannten dauerte 6 Stunden. Der Mike hatte für die bread and butter gebucht die 3 Tage später begann. Das ganze Wochenende flitzten die SMSen rum und ein paar Tage später buchte ich mich dazu…

REPAIR YOUR JEANS 16.7. 18.00-21.30

REPAIR YOUR JEANS

Wie die Liebe des Lebens hatte sie wohl schon jeder von uns, the one and only jeans… Wenn dein blaues Ein und Alles kurz vorm Ableben ist und droht, in Kürze auseinander zu fallen —> einfach mitnehmen und vorbeikommen, wir reparieren, unternähen und pimpen den besten Freund deines Allerwertesten.

EUR 40.- (Plus Materialkosten)